In Städten sind die Klimawandel-auswirkungen bereits heute besonders deutlich spürbar: Höhere Temperaturen und Zunahme der Hitzetage führen im Sommer zu einer steigenden Anzahl an Hitzetoten. Die urbanen Hitzeinseln haben des Weiteren den negativen Effekt, dass durch sie die Niederschlagsmengen im urbanen Raum erheblich ansteigen und so Stark-regenereignisse begünstigen, die im städtischen Raum schnell zu Überflutungen führen können.

Hohe Luftschadstoffkonzentrationen, verstärkt durch anhaltende Dürreperioden, sind weitere Faktoren, die die Lebensqualität in den Städten negativ beeinflussen. All diese Phänomene werden sich mit dem Voranschreiten des Klimawandels und dem weiter zunehmenden Anteil der in Städten lebenden Bevölkerung in Zukunft noch verschärfen. Lokale Klimaanpassungs-maßnahmen sind deshalb dringend notwendig. Sogenannte „Nature Based Solutions (NBS)“, wie z. B. Dach- und Fassadenbegrünung, können die Auswirkungen der oben genannten negativen Effekte auf den urbanen Raum nicht nur reduzieren, sondern haben gleichzeitig auch noch einen hohen ökologischen, medizinischen, wirtschaftlichen und gestalterischen Nutzen. Gebäudebegrünung ist ein wesentlicher multifunktionaler Baustein zur Klimawandelanpassung sowie zum Klimaschutz und schafft ein attraktives urbanes Umfeld.

1. Starkregenvorsorge

Durch die Speicherung eines erheblichen Anteils des Niederschlags im Systemaufbau und auf Blattoberflächen sowie durch die verzögerte Abgabe der restlichen Wasser-mengen wird die Kanalisation entlastet und das Risiko von Überschwemmungen gemindert.

2. Hitzevorsorge

Dach- und Fassadenbegrünungen sorgen für Verdunstungskühlung, Erhöhung der Luft-feuchte und Verschattung von Gebäude-teilen und reduzieren so den Hitzestress an heißen Sommertagen. Fassaden-begrünungen verdunsten in der Vegeta-tionsperiode zwischen ca. 2–15 l/m² am Tag. Diese Kühlleistung führt zu einer durchschnittlichen Reduktion der Umge-bungstemperatur von 1,37 °C. Simulationen zeigen, dass Fassadenbegrünungen die gefühlte Temperatur in ihrer Umgebung um bis zu 13 °C senken können. Eine Bewässerung der Vegetation von Fas-sadenbegrünungen z. B. mit gesammeltem Regenwasser, kann die Verdunstung und somit auch die Kühlleistung selbst in Trockenzeiten auf einem hohen Niveau halten.

3. Energieeinsparung: Dämmung und Kühlung

Wandgebundene Fassadenbegrünungen reduzieren die solare Einstrahlung auf die Gebäudehülle um 100 % und wirken damit einer Aufheizung entgegen. Auf diese Weise entstehen mit pflanzlichem Sonnenschutz Kühlkostenersparnisse von ca. 43 %. Der U-Wert kann bei wandgebundenen Fassadenbegrünungen um ca. 22 % verbessert werden. Insbesondere bei Bestandsgebäuden mit schlechter Dämm-leistung können Gebäude-begrünungen zu einer starken Energieeinsparung und somit indirekten Senkung von CO₂ Emissionen beitragen.
 

4. Verbesserung der Luftqualität

Gebäudebegrünungen verbessern die städtische Luftqualität durch Filterung und Feinstaubbindung an Blattoberflächen und durch Sauerstoffanreicherung mittels Photo-synthese. Sedum-Pflanzen können etwa 10–30 % Feinstaub im Größenrahmen 0,3–5 μ aus der Luft filtern. Feinstaub kleiner als 10 μm wird von Fassaden-begrünungen um ca. 42–60 % reduziert. Stickoxide werden um 11,7–40 % vermindert.

5. Förderung der Biodiversität

Gebäudebegrünungen fördern die urbane Artenvielfalt, indem sie Habitat und Nahrung für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten bieten. Insbesondere flugfähige Tiere, wie Insekten und Vögel, profitieren von den begrünten Flächen. Gebäudebegrünungen dienen somit als Ersatzbiotope, die versiegelte und bebaute Bodenflächen teilweise ersetzen können.

6. Lärmminderung

Fassadenbegrünungen können eine Lärm-minderung in dahinterliegenden Innen-räumen bewirken und erreichen ein Schall-dämmmaß von 22 dB. Der Lärm im umgebenden urbanen Raum wird um bis zu 10 dB reduziert.

7. Verbesserung der Aufenthaltsqualität

Neben den positiven Effekten auf das Stadtklima und der Luftqualität haben Gebäudebegrünungen einen positiven gestalterischen Aspekt auf die Wahr-nehmung städtischer Räume und können das Stadtbild prägen. Blühende Vegetation wird dabei als besonders schön empfunden.

Alle vorgenannten Informationen mit Quellenangaben finden Sie in dem Positionspapier „Gebäudebegrünung als Klimafolgenanpassungsmaßnahme“, das von der BuGG-Projektgruppe 12-2021 erarbeitet wurde. Link: BuGG-Allgemein - Bundesverband GebäudeGrün e.V. BuGG (gebaeudegruen.info)

was für eine Fassadenbegrünung benötigt wird:

Ein Wasseranschluss mit 1,5atm-Druck ist für die Bewässerung der Wand erforderlich.

Es wird ein Stromanschluss mit 220V 16A benötigt.

Am Fuß der Fassadenbegrünung wird bei offenem Bewässerungssystem eine Wasserableitungsstelle für die Entwässerung benötigt.

Zur Aufstellung des Bewässerungs- und Steuerungssystems.

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